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Es kommt also auf die Anwendung an, ob und wie sich NFC durchsetzt. NFC als Lösung zum Bezahlen hat durchaus Vorteile, und Banken wie auch Smartphone-Hersteller arbeiten schon lange an entsprechenden Möglichkeiten. Wir haben sogar schon vor eineinhalb Jahren per NFC Sandwiches gekauft, wie dem folgenden Video zu entnehmen ist: Neu ist NFC also nur für Apple. Es ist prinzipiell plattformübergreifend, sofern der Hersteller es unterstützt. Auf Apple war so mancher NFC-Verfechter auf dem Mobile World Congress nicht so gut zu sprechen, dessen Geschäftsmodell und Pläne Apples Verweigerung der NFC-Technik störte. Das dürfte sich jetzt ändern. Ideen für den Einsatz von NFC gibt es viele. Die GSM Association demonstrierte etwa auf dem Mobile World Congress 2013, wie Messeausweise digital ins Smartphone eingelesen werden können.Das funktionierte nach einiger Eingewöhnung gut. Wir stellten aber fest: Es gibt eine Lernphase, bei der der Anwender herausfinden muss, wo eigentlich der NFC-Chip und dessen Antennen im Smartphone sitzen. Das ist keinesfalls standardisiert, weswegen einige Geräte Kleber an der entsprechenden Position haben oder gleich ein eingraviertes NFC-Logo, das nicht abpulbar ist.

Es gibt aber durchaus ein Problem - für den Messeveranstalter: Alte und neue Nahfunktechnik sind inkompatibel. Der Mobile World Congress nutzte 2013 wie 2014 noch Mifare-Karten für den normalen Messeausweis und NFC für den neuen Smartphone-Messeausweis. Dementsprechend gab es schon am Eingang zwei Lesegeräte. Unser NFC-Smartphone entdeckt und identifiziert zwar Mifare-Karten, es fehlte aber eine App, die mit den Messeausweisen umgehen konnte - ein typisches Infrastrukturproblem beim Einsatz von NFC.Bei der Eingangskontrolle zum Pressezentrum gab es in beiden Jahren jedoch nur mobile Mifare-Lesegeräte. Wir konnten mit unserem Smartphone also diesen Bereich nicht betreten und mussten wieder den Messeausweis zücken. Solche Probleme sollen natürlich nicht auftreten - und sie sind auch ungewöhnlich, wie wir aus der Praxis wissen.Häufig sind dagegen Probleme beim Verständnis. Nicht alles, was drahtlos funkt, ist NFC. Die Sparkasse arbeitet nicht mit NFC, stört sich aber auch nicht daran, dass sie mit NFC in einem Atemzug genannt wird. Unsere VBB Fahrcard, mit der wir in Berlin den ÖPNV verwenden, arbeitet zum Beispiel auf SmartMX-Basis. Laut Hersteller NXP ist die Fahrcard dem neuen Personalausweis ähnlich. Es gibt Bestrebungen, bestimmte Kartensysteme auch über Smartphones zugänglich zu machen, auch wenn sie nicht NFC unterstützen, wie uns NXP versicherte. Bei der Entwicklung von NFC wurden solche Situationen bedacht, weswegen der Anwender mit seinem NFC-Smartphone und der entsprechenden App schnell herausfinden kann, welches System die Karte verwendet.

Das Interessanteste an NFC ist sicher die Bezahlfunktion, die wir in Barcelona auch ausprobieren konnten. Von der katalanischen Bank La Caixa wurde dazu eine virtuelle Prepaid-Visa-Karte gestellt, mit der wir auf der Messe Nahrungsmittel kaufen konnten. Das erfuhren wir allerdings erst auf Nachfrage. Die Hinweise, dass damit bezahlt werden kann, waren auf den normalen Scheckkartenlesegeräten versteckt. Schilder, die auf NFC-Bezahlung aufmerksam machten, fanden wir nirgends - auch nicht in der Innenstadt und auch nicht ein Jahr später. Dabei sind laut La Caixa vor allem in Barcelona viele dieser Lesegeräte verteilt. Doch Hinweise auf die NFC-Bezahlmethode gehen in den vielen Bankkartenlogos unter. Der Kunde muss also aufgeklärt werden, und das könnte Apple tatsächlich gelingen - auch wenn sich Apple Pay zunächst auf den US-amerikanischen Markt konzentriert.

Bei der NFC-Nutzung in Barcelona stellte sich auch heraus, dass die Leistungsaufnahme ein Problem war. Der Akku unseres Xperia T war häufig am Ende des Tages nur noch bei 10 Prozent - obwohl wir nicht telefoniert hatten. Das zeigt: Die Akkus in einigen Smartphones sind für eine Geldbörse zu klein. Laut La Caixa soll eine spätere Version der Geldbörse auch ohne Akku funktionieren. Wie das funktionieren soll, wenn das Secure Element in der SIM-Karte oder im Smartphone sitzt, ist uns aber nicht klar - ebenso wenig dem Mitarbeiter von La Caixa, der bei Fragen zu den technischen Grundlagen passen musste.Es ist aber wohl möglich, bei abgeschaltetem Smartphone noch etwas Restenergie für NFC weiterzuverwenden, um die sichere Authentifizierung zu ermöglichen. Das ist aber eine Sache der Implementierung auf dem Smartphone, wie wir aus verschiedenen Gesprächen der Vergangenheit wissen. Diese Frage wird sich auch Apple mit seinem Pay-System stellen.

Damit sichere Transaktionen wie die Bezahlfunktion möglich sind, braucht es ein Secure Element, und da gibt es konkurrierende Ansätze. Auf dem MWC wurden beispielsweise NFC-SIM-Karten von Gemalto verwendet, die die französische Firma auch als ideale Lösung für das Problem propagiert. Die aus Philips hervorgegangene Firma NXP bevorzugt hingegen ein in ein Smartphone integriertes Secure Element, natürlich von NXP. Hier stehen also schlicht wirtschaftliche Interessen gegeneinander.Gemaltos Ansatz bedeutet für den Smartphone-Hersteller eine Entlastung bei dem Einsatz und der Verwaltung des Secure Elements, das wir auch bei unserem Feldversuch mit dem Xperia T auf dem MWC benutzt haben. Hier liegt die Verantwortung beim Mobilfunkanbieter, seine SIM-Karten mit Secure Element auszuliefern. Bei der Lösung von NXP ist hingegen der Smartphone-Hersteller verantwortlich. Dieses System ist für den Nutzer sinnvoller, da er seinen Mobilfunkanbieter problemlos wechseln kann, ohne dabei sein Zahlsystem aufwendig umstellen zu müssen. Apple macht das exakt so: Im iPhone 6 befindet sich ein Secure Element. Apple sorgt auch in einem bisher nicht gekannten Maße für die Infrastruktur und Kontakte zu Händlern, die im Hintergrund nötig sind.

Zwei weitere Möglichkeiten für die Integration des Secure Elements gibt es noch, die in der Praxis entweder keine oder bald keine Bedeutung mehr haben werden. So manch ein Kongressteilnehmer lief auf dem MWC mit einer aufgeklebten Visa-Karte auf dem Smartphone herum. So können NFC samt Secure-Element auch mit alten einfachen Handys genutzt werden - oder sogar mit einer Taschentuchpackung.Mit einer speziellen Micro-SD-Karte ist es auch möglich, ein Smartphone oder anderes Gerät mit einem Secure Element zu versehen. Gezeigt hat uns das aber niemand. 2014 erfuhren wir von NXP, dass bis dato niemand diese Lösung eingesetzt hat. Voraussetzung wäre wohl ein SDIO-fähiger SD-Karten-Steckplatz. Der Vorteil wäre, dass auch Geräte ohne SIM-Karten-Schacht, wie etwa Tablets oder MP3-Spieler für sichere Zahlungen nutzbar wären.Schon in solchen Details zeigt das ganze NFC-Thema eine unangenehm hohe Komplexität. Zum Glück bemerkt der Kunde davon nicht viel, und Apples Ansatz wird auch dafür sorgen, dass möglichst wenig von der technischen Komplexität beim Endkunden ankommt. Dieser zückt einfach sein Smartphone statt der Geldbörse.

In Deutschland konnten wir die NFC-basierte Smartphone-Visa-Karte von La Caixa nicht nutzen, obwohl sie international verwendbar sein sollte. Die wenigen drahtlosen Geräte, die wir in Berlin fanden, gaben nur eine Fehlermeldung aus, und auch das Verkaufspersonal war verwundert über unseren Versuch, mit dem Smartphone zu bezahlen. Wir haben aber ohnehin noch nie jemanden gesehen, der per Nahfunk - egal welcher Technik - bezahlt.Andere Länder seien da viel offener als Deutschland, erklärte uns ein GSMA-Mitarbeiter, der natürlich eine Visitenkarte mit NFC-Chip um den Hals hatte. Vor allem die Südkoreaner seien schnell zu überzeugen. Sie seien nicht nur sehr technikinteressiert, sondern die Nutzung drahtloser Systeme bereits gewöhnt. Es ist ein wichtiger NFC-fördernder Aspekt, wenn die Bevölkerung eines Landes schon länger mit drahtlosen Karten Erfahrung hat. Wer täglich eine Oyster-Card in London für den ÖPNV verwendet, ist offener für die Verwendung von NFC im Smartphone.

Am Beispiel der Berliner BVG, die verstärkt die VBB Fahrcard ausliefert, zeigt sich, wie schwierig das hierzulande selbst für große Unternehmen ist. Bei der BVG fehlen noch komplett die Lesegeräte in Bussen und Bahnen. Die wenigen Mitarbeiter mit mobilen Kontrollsystemen beschwerten sich anfangs über Abstürze ihrer Software. Das hat sich jetzt, über ein Jahr nach der Einführung, gebessert. Das Auslesen einer Fahrcard dauert nicht mehr mehrere Minuten mit einem Neustart des Lesegeräts, sondern nur noch ein paar Sekunden. Das zeigt wiederum: Es ist zwar schwierig, aber möglich.Mit der Technik kann viel gemacht werden - auch abseits der Bezahlsysteme, die vereinzelt auf der Erde schon aktiv sind. Die Deutsche Telekom bietet etwa das My-Wallet-System an, dass eine Bezahlung per NFC auch in Deutschland schon ermöglicht. Das Secure Element sitzt hier auf der SIM-Karte. Vorsichtige Naturen freuen sich über die drahtlose Technik, die nicht durch den ganzen Raum funkt und allenfalls mit teurer Sensorik abzuhören ist. NXP stellte uns etwa die Zukunft anhand von NFC-Waschmaschinen vor. Die brauchen kein WLAN, sondern einfach nur ein NFC-Tag, das sogar im Bridge-Mode mit der Maschine kommuniziert. Ein Anwender programmiert dann die Maschine mit seiner App und überspielt das Programm und die Startzeit durch simples Antippen.

Auch im Service-Fall soll es die Arbeit erleichtern. Der Techniker kommt mit seinem Lesegerät vorbei und liest schnell die Waschmaschinendaten aus: Seriennummer, Fehlermeldungen und Produktionsdatum. Und selbst Firmware-Updates könnten per NFC durchgeführt werden. Solche Szenarien dürften sich schnell verbreiten, wenn ein Hersteller seine Service-Logistik auf NFC aufbaut, denn sie lassen sich auf viele Produktkategorien anwenden.Es fehlen allerdings noch immer NFC-Komplettlösungen statt der Insellösungen. Einer der wenigen, die auf Komplettlösungen setzen, ist Sony. Kopfhörer, Smartphones, Bluetooth-Lautsprecher und Fernseher sind NFC-tauglich. NFC wird aber nur sehr begrenzt eingesetzt: Beim Bluetooth-Lautsprecher stehen in dem nur lesbaren NFC-Tag beispielsweise nur die Kopplungsinformationen - der Rest läuft über Bluetooth und nicht über NFC. Das ist zwar praktisch, jeder Anwender nutzt die NFC-Technik dabei in der Regel aber nur einmal.Manchmal verbirgt sich sogar eine Sicherheitslücke in NFC, wie wir beim Test von Sonys Kamera QX10 feststellten. Im nichtbeschreibbaren NFC-Tag steckt beispielsweise der Code für die WLAN-Verbindung. Das macht die Nutzung zwar schön einfach, doch ein nicht austauschbares Passwort ist keine gute Idee. Die Angriffsszenarien sind zum Glück sehr eingeschränkt.

NFC ist derzeit vor allem eine Technik, die hilft, Verbindungen aufzubauen, sei es von der Bank über das Smartphone zum Händler oder vom Smartphone zum Lautsprecher. Ihr Potenzial wird noch längst nicht ausgeschöpft.Wie lange es dauern wird, bis sich NFC durchsetzt und welche Rolle Apple dabei spielen wird, kann derzeit niemand sagen. Wenn es selbst dem Mobile World Congress zwischen zwei Messen nicht gelingt, für das Fachpublikum komplett auf NFC umzustellen, und große Unternehmen, wie die BVG in Berlin, Schwierigkeiten haben, ihre SmartMX-Karteninfrastruktur stadtweit aufzubauen, zeigt das, welche logistischen Herausforderungen zu bewältigen sind. In Berlin ist zudem in der Praxis noch ein anderes System im Einsatz: Das NFC-basierte Touch & Travel-System, das nicht nur die Deutsche Bahn sondern auch die BVG nutzt.Die größten Hürden liegen aber beim Anwender. Ist er mit Nahfunktechnik aufgewachsen, wird er schnell das Interesse an NFC für Smartphones haben. Wird er hingegen, wie die meisten Nutzer in Deutschland, nur langsam an die Technik geführt, dürfte es lange dauern, bis sich die Technik durchsetzt. Es könnte sogar sein, dass sie sich gar nicht durchsetzt, auch nicht mit der Marktmacht von Apple.

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